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07.05.2018

Die Zukunft der Versicherungen: adaptiv und datengetrieben

Ein Klassentreffen der ganz eigenen Art ist der jährliche Versicherungskongress von IBM für die Branche: Man kennt und schätzt sich, man tauscht sich aus und gleicht die eigenen Projekte mit den Innovationen der anderen Versicherungen ab. In diesem April hat 2b AHEAD diesen Pflichttermin der Branche erstmals mitgestaltet. Drei Tage waren wir in Potsdam zwischen den Schlössern Charlottenhof und Sanssouci auf der Suche nach der Zukunft der Versicherungen: Wo werden Produkte adaptiv und nehmen die aktuellen Bedürfnisse der Kunden auf? Wie werden Versicherungen adaptiv und richten sich konsequent datengetrieben aus?


Und die Diskussion um die Zukunft von Versicherungen geht weiter. Noch im Mai werden wir mit unserem Branchen-ThinkTank „Rethink Insurance“ tief in die Entwicklung zukunftsorientierter Lösungen für Versicherungen einsteigen und uns im kleinen Kreis der Frage stellen, was „einfach versichert sein“ in einer Zukunftsperspektive bedeutet.

Welches Bild der Branche zeichnet das Klassentreffen? Natürlich: Big Data ist König, ständig und ausdauernd, gewürzt mit der wiederholten Mahnung aller Beteiligten, man solle doch auf „Real Big Data“ setzen und mehr Systeme künstlicher Intelligenz integrieren. Die Reflektion einer Branche, in der – vorsichtig gesagt – doch eine gewisse Spannung besteht zwischen der Menge vorhandener, höchst persönlicher Daten und dem Erkenntnisgewinn, der daraus im Alltag entsteht, für Anbieter wie für Kunden. Problem erkannt.

Auffallend war der Wille vieler Versicherungsunternehmen, zumindest wichtige Teile der benötigten Software doch immer wieder selbst zu entwickeln. Deutlich spürbar der Drang der Unternehmen, die Kontrolle über die zentralen Elemente selbst in der Hand zu haben, auch wenn diese angestrebte Unabhängigkeit direkt in vermindertem Entwicklungstempo bezahlt werden muss. In der Zukunftsperspektive ist das ein potenziell hoher Preis.

 

 

Blockchain als Schlüsseltechnologie

 

Das Thema Blockchain-Technologie schleicht sich Schritt für Schritt auf die Agenda und in den Small Talk am Kaffeeautomaten. Zum Unternehmensalltag ist es vielfach noch ein Stück. Wenn Sie in der vorigen Woche die Analyse von Sven Janszky gelesen haben, mit welcher Dynamik die israelische Startup-Szene das Thema Blockchain treibt, wird Sie das alarmieren. Wir gewinnen den Eindruck: Es ist höchste Zeit, dem Thema Blockchain mehr Aufmerksamkeit zu widmen, ganz handfeste Projekte auf den Markt zu bringen und aus den Kundenreaktionen zu lernen. Was inzwischen deutlich wahrnehmbar ist, ist wachsendes Gespür für die Dimension des Wandels. Die Branche zeigt sich an der Schwelle der Erkenntnis, wie tiefgreifend der Wandel von Produkten und Geschäftsmodellen, Technologie und Organisation in den direkt vor uns liegenden Monaten und Jahren ausfallen wird. Wie sollen Versicherungen diesen Wandel befördern? Die Impulse reichen von einem eher achselzuckenden Verweis auf die eigene Unternehmensführung bis zum eindringlichen Appell: „Reden, reden, reden“. Unsere Annahme: Beides wird allein nicht reichen. Wir haben übrigens vor, in Kürze in einer Studie die Zukunft der Organisationskultur (von „Organisationsstruktur“ wollen wir hier gar nicht mehr sprechen) fundiert zu untersuchen und aufzuarbeiten. Wenn Sie sich hier beteiligen möchten, lassen Sie es mich gerne wissen. Eine Reihe von Impulsgebern hat den Versicherungsunternehmen in Potsdam Fragen gestellt:

 

* Stefan Jenzowski ist das Mastermind hinter Kopernikus Automotive. Er plant, Autos auf dem europäischen Markt nachträglich zu autonomen Fahrzeugen aufzurüsten; Start noch in 2018. Sind Versicherungen in der Lage, das Verhalten autonom handelnder Algorithmen zu versichern?

 

* Nico Peters, Gründer und CEO von Compeon, präsentierte seine Plattform für Unternehmensfinanzierungen. Sind Versicherungen in der Lage, sich gegenüber digitalen Partnern überhaupt anschlussfähig zu machen?

 

* Oliver Blume, Serial Entrepreneur und aktuell mit „Boxhotel“ in der Hotelbranche aktiv: Sind Versicherungen in der Lage, ihre Kundenschnittstelle vollständig digital auszubauen?

 

 

Innovations-Pioniere zeigen, wozu Daten befähigen


Erste verhaltensabhängige Produkte kommen auf den Markt. Ist das schon das in Potsdam in etlichen Fachforen beschworene „Real Big Data“? Peter Ohnemus von Dacadoo zeigte seine Vision eines im Kern datengetriebenen Modells im Gesundheitssektor. Aus der Finanzierung eines Gesundheitsschadens wird die Optimierung meines aktuellen Körperzustands, ein grundlegend anderer Ansatz. André M. König aus New York zeigte mit Sia sehr deutlich auf, wie weit das Potenzial künstlicher Intelligenz in der Versicherungsbranche trägt, welche Erkenntnisse sich aus den unstrukturierten und strukturierten Informationen der Unternehmen gewinnen lassen.

Stephen Scott von Starling Trust Sciences rückt das Vertrauen als messbare – und damit steuerbare – Größe in den Vordergrund. Mit seiner Technologie der Predictive Behavioral Analytics öffnet er eine neue Perspektive für die Unternehmenssteuerung, eine Art Augmented Management Reality: Allein die automatisierte Analyse der Metadaten von unternehmensinterner Kommunikation versetzt Unternehmen in die Lage zu erkennen, wer die Kultur prägt, im Guten wie im Schlechten. Diese Mustererkennung ist für Versicherungen gleich auf mehreren Ebenen interessant. Welche Versicherung wird Managern noch eine Versicherung anbieten, die nicht deutlich macht, welche Kultur in ihrem Unternehmen tatsächlich herrscht? Und wichtiger noch: Wenn jede Führungskraft wissen kann, wer in der eigenen Organisation den Wandel befördert, dann wird das Erkennen der Vertrauensstruktur zum Sprungbrett für die digitale Transformation. Stephen Scott hat die Entscheider aus den Versicherungskonzernen im Kern nur mit einer Frage zurückgelassen: Wollen Sie das für Ihr eigenes Versicherungsunternehmen nutzen – oder wollen Sie warten, bis sich der Wettbewerb schneller transformiert?

Nach dem Austausch folgt die Arbeit, nach der Anregung die Lösung, nach dem Kongress die nächste Einladung zum Diskurs. Unsere Branchen-ThinkTanks haben sich in den vergangenen Wochen als außerordentlich produktive Veranstaltungen erwiesen. Zwei Tage intensiver Arbeit an relevanten Problem, die die Teilnehmer eingebracht haben, samt Entwicklung zukunftssicherer Lösungen, umsetzungsfähig für alle Teilnehmer. Das war, schlicht und deutlich, das Ergebnis der bisherigen Branchen-ThinkTanks.

Einige wenige Plätze kann ich Ihnen für den ThinkTank „Rethink Insurance“ am 23. und 24. Mai noch anbieten. Bei Interesse melden Sie sich gerne per Mail oder Telefon – oder melden sich hier direkt an

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